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Brille mit Mikrofasertuch und Reinigungsspray

Brille richtig putzen und pflegen — ohne Kratzer

Nach 47 Jahren im Handwerk weiß ich eines ganz genau: Die meisten Schäden an einer teuren Brille entstehen nicht durch Alter oder schlechte Qualität, sondern durch falsche Handgriffe im Alltag. Ich sehe täglich Kunden in meinem Laden in Bürstadt, die mit tiefen Kratzern auf den Gläsern zu mir kommen, weil sie im Stress schnell mal über das T-Shirt gewischt haben. Das ist fatal.

Die Gefahr beim trockenen Putzen

Ein winziges Staubkorn auf dem Glas wirkt wie Schmirgelpapier. Wenn Sie mit einem trockenen Taschentuch oder dem Ärmel Ihres Pullis über die Brillengläser reiben, drücken Sie diese harten Partikel direkt in die Beschichtung. Das Resultat sind feine Linien, die man besonders bei Gegenlicht sieht.

Diese Kratzer lassen sich nicht wegpolieren. Einmal beschädigt, ist die Optik dauerhaft beeinträchtigt.

So reinigen Sie Ihre Brillengläser richtig

Die sicherste Methode ist die Nassreinigung. Sie brauchen dafür nur lauwarmes Wasser und einen winzigen Tropfen mildes Spülmittel ohne rückfettende Substanzen oder Duftstoffe.

Gehen Sie so vor: Halten Sie die Brille unter den Wasserstrahl, um groben Schmutz zu entfernen. Geben Sie einen Tropfen Spülmittel auf Ihre Finger und verteilen Sie diesen vorsichtig auf beiden Seiten der Gläser sowie auf dem Gestell. Spülen Sie die Seife gründlich ab, damit keine Schlieren zurückbleiben.

Trocknen Sie die Brille danach mit einem sauberen Mikrofasertuch ab. Achten Sie darauf, dass das Tuch keine losen Fäden hat, die sich in der Fassung verfangen könnten.

Was Sie niemals verwenden sollten

Verzichten Sie konsequent auf Glasreiniger aus dem Baumarkt oder Reinigungsalkohol. Diese Mittel greifen die Entspiegelung an, die bei modernen Gläsern von Herstellern wie Zeiss oder Rodenstock oft nur wenige Mikrometer dick ist. Wenn diese Schicht durch aggressive Chemie abgetragen wird, entstehen hässliche Flecken, die das Sehen massiv stören.

ReinigungsmittelGeeignet?Grund
Lauwarmes Wasser + SpülmittelJaEntfernt Fett und Staub sanft.
Mikrofasertuch (sauber)JaNimmt Feuchtigkeit ohne Kratzer auf.
T-Shirt oder PulliNeinVerursacht Mikrokratzer durch Staub.
Glasreiniger / AlkoholNeinZerstört die Beschichtung der Gläser.
Küchenrolle / PapiertaschentuchNeinHolzfasern im Papier wirken wie Schleifmittel.

Pflege des Zubehörs und Aufbewahrung

Ein Mikrofasertuch ist kein Wegwerfartikel. Wenn das Tuch vollgesogen mit Hautfetten oder Staubpartikeln ist, reinigen Sie Ihre Brille nur noch, indem Sie den Schmutz im Kreis verteilen. Waschen Sie das Tuch regelmäßig bei 30 oder 40 Grad in der Waschmaschine, ohne Weichspüler zu verwenden. Weichspüler hinterlässt einen Film auf den Fasern, der die Reinigungswirkung sofort zunichtemacht.

Legen Sie Ihre Brille niemals einfach auf den Tisch. Wenn die Gläser nach unten zeigen, landen sie zwangsläufig auf Staub oder kleinen Steinchen. Nutzen Sie immer das mitgelieferte Etui.

Ein festes Etui schützt vor Druck, falls die Brille in einer Tasche liegt. Das verhindert auch, dass sich das Gestell verbiegt oder die Scharniere unter Spannung geraten.

Die Rolle der Beschichtung

Moderne Brillengläser sind hochkomplexe Bauteile. Sie haben oft eine Entspiegelung, eine Hartschicht gegen Kratzer und manchmal sogar eine phototrope Funktion, die sich bei Sonnenlicht verfärbt. Diese Schichten reagieren empfindlich auf Hitze. Lassen Sie die Brille niemals im Sommer auf dem Armaturenbrett im Auto liegen. Die Hitze kann die Beschichtung so stark dehnen, dass sie abplatzt.

Manchmal hilft nur eine professionelle Kontrolle der Fassung oder der Gläser. Wenn Sie merken, dass die Sicht trotz Reinigung trüb bleibt, sollten Sie die Brille einmal vor Ort bei uns in Bürstadt prüfen lassen. Wir schauen uns dann an, ob die Beschichtung noch intakt ist oder ob die Dioptrienwerte durch eine Verformung des Gestells nicht mehr korrekt übertragen werden.

Häufige Fragen

Frage: Sind diese kleinen Brillenputztücher aus der Drogerie okay?

Diese Tücher sind für den Notfall unterwegs durchaus nützlich. Sie enthalten oft einen leichten Alkoholanteil, der Fett gut löst. Achten Sie aber darauf, dass das Tuch immer absolut sauber ist, da man bei der Anwendung im Gehen leicht Staub auf das Glas reibt.

Frage: Kann Spülmittel die Gläser beschädigen?

Nein, solange es ein ganz normales, mildes Spülmittel ohne aggressive Zusätze ist. Vermeiden Sie nur Produkte mit “Pflegeeffekt” für die Hände, da diese oft Öle enthalten, die auf den Gläsern einen schmierigen Film hinterlassen.

Frage: Wie oft muss ich meine Brille putzen?

Bei täglichem Gebrauch reicht eine gründliche Reinigung mit Wasser und Spülmittel etwa alle zwei Tage aus. Einmal am Tag sollten Sie die Gläser kurz mit einem sauberen Mikrofasertuch von Fingerabdrücken befreien, um die Sicht klar zu halten.

Frage: Warum werden meine Gläser trotz Putzen immer wieder schmutzig?

Oft liegt das an der Umgebung oder an der Hautpflege. Cremes, Parfüms oder auch die natürliche Talgproduktion der Haut am Nasenrücken setzen sich ständig auf dem Gestell und den Gläsern ab. In solchen Fällen hilft es, auch das Gestell und die Nasenpads regelmäßig mit Wasser zu reinigen.

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Fachlich geprüft von Jürgen Asal, Augenoptikermeister in Bürstadt seit 1977. Mehr über den Betrieb: Über uns.