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Lesebrille auf einer Zeitung — Symbol für Alterssichtigkeit

Alterssichtigkeit (Presbyopie): ab wann und was hilft

Sie halten das Smartphone etwas weiter weg. Der Text auf der Speisekarte verschwimmt plötzlich. Das passiert vielen Kunden in meiner Werkstatt in Bürstadt, wenn sie zwischen 42 und 45 Jahren alt sind. Man nennt diesen Vorgang Presbyopie. Es ist ein natürlicher Prozess.

Die Augenlinse verliert an Elastizität. Früher konnte die Linse ihre Form blitzschnell ändern, um den Fokus zu steuern. Jetzt wird das Gewebe fester und unbeweglicher, sodass die Akkommodation – also das Scharfstellen auf kurze Distanz – nicht mehr so reibungslos funktioniert. Die Folge ist, dass die Nähe unscharf wird.

Warum die Linse streikt

Jedes Auge altert. Das betrifft auch Menschen, die ihr Leben lang keine Dioptrien brauchten. Die Biologie lässt sich nicht austricksen. Während die Hornhaut stabil bleibt, verändert sich die innere Struktur der Linse kontinuierlich.

Dieser Prozess beginnt meist schleichend. Sie merken es erst, wenn Sie beim Lesen im Restaurant den Arm ausstrecken müssen. Das ist kein Zeichen von Krankheit. Es ist schlicht das biologische Alter.

Der Verlauf der Dioptrien

Die Veränderung stoppt nicht sofort nach dem ersten Anzeichen. Die benötigte Korrektur nimmt meist über Jahre hinweg zu, weil die Linse immer weiter an Spannkraft verliert. In der Regel steigt der Bedarf an Plus-Dioptrien bis zum 60. Lebensjahr stetig an. Danach stabilisiert sich der Wert meist für den Rest des Lebens.

AlterTypisches SymptomMögliche Korrektur
42–45 JahreErste Unschärfe beim LesenLesebrille oder Gleitsicht
50–55 JahreDistanz und Nähe werden schwierigGleitsicht oder zwei Brillen
Ab 60 JahrenWert stabilisiert sichDauerhafte Korrektur nötig

Die richtige Wahl der Gläser

Sie haben verschiedene Möglichkeiten. Die Entscheidung hängt von Ihrem Alltag ab.

Eine einfache Lesebrille hilft nur für den Nahbereich. Sie setzen die Brille auf, wenn Sie lesen oder nähen. Sobald Sie aber aufblicken, um jemanden anzusehen, sehen Sie alles verschwommen. Das ist störend, wenn Sie oft zwischen Text und Gespräch wechseln müssen.

Gleitsichtgläser bieten eine Lösung für alle Distanzen. Sie kombinieren die Fernkorrektur mit einem Nahbereich in einem Glas. Hersteller wie Zeiss oder Rodenstock fertigen diese Gläser hochpräzise. Da es keinen harten Übergang gibt, sieht man die verschiedenen Zonen nicht. Das Auge gewöhnt sich schnell an die neue Art des Sehens.

Spezialgläser für den Schreibtisch

Wer viel am Computer arbeitet, braucht oft etwas anderes. Gleitsichtgläser haben einen sehr schmalen Bereich für mittlere Distanzen. Das kann beim Arbeiten im Büro nervig sein, weil man ständig den Kopf bewegen muss, um den Monitor scharf zu sehen. Hier helfen Bürogläser von Herstellern wie Essilor oder Hoya. Diese Gläser optimieren den Bereich zwischen dem Bildschirm und dem Schreibtisch.

Die Kosten und die Technik

Die Preise variieren stark. Ein einfaches Einstärkenglas kostet vielleicht 80 €. Hochwertige Gleitsichtgläser mit einem Brechungsindex von 1,6 oder 1,7 können aber auch 600 € oder mehr kosten. Der Preis richtet sich nach der Technologie.

Ein hoher Brechungsindex sorgt dafür, dass die Gläser dünner und leichter werden. Das ist besonders wichtig, wenn Sie eine hohe Dioptrien-Zahl haben. Ein dünnes Glas sieht in einer schönen Fassung einfach besser aus.

Ich habe in meiner Praxis schon oft erlebt, dass Kunden versuchen, sich mit billigen Lesebrillen aus dem Supermarkt zu helfen. Das funktioniert für fünf Minuten. Aber die optische Qualität ist meist miserabel, weil die Gläser nicht exakt auf Ihre Pupillendistanzen eingestellt sind. Eine falsche Refraktion führt zu Kopfschmerzen oder Augenbrennen. Wenn Sie eine präzise Messung brauchen, kommen Sie zu Optik Asal nach Bürstadt. Wir schauen uns das genau an, damit die Gläser wirklich passen.

Häufige Fragen

Frage: Kann man die Alterssichtigkeit aufhalten?

Nein, das geht nicht. Die Veränderung der Augenlinse ist ein biologischer Prozess des Alterns. Es gibt keine Tropfen oder Übungen, die die Elastizität der Linse wiederherstellen können. Man kann nur die optische Korrektur an den aktuellen Zustand anpassen.

Frage: Sind Lesebrillen von der Stange okay?

Nur in absoluten Notfällen. Diese Brillen haben meist eine sphärische Abplattung, die nicht auf Ihre Augenachsen abgestimmt ist. Das führt dazu, dass Sie das Bild nur in einem ganz kleinen Zentrum scharf sehen können. Dauerhaftes Tragen solcher Gläser macht das Auge müde.

Frage: Sollte ich direkt mit Gleitsichtgläsern starten?

Das kommt auf Ihren Lebensstil an. Wenn Sie fast nur noch im Nahbereich arbeiten, reicht eine Lesebrille. Wenn Sie aber auch beim Autofahren oder beim Spazierengehen alles scharf sehen wollen, ohne ständig die Brille ab- und aufzusetzen, ist ein Gleitsichtglas die sinnvollere Wahl.

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Fachlich geprüft von Jürgen Asal, Augenoptikermeister in Bürstadt seit 1977. Mehr über den Betrieb: Über uns.