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Gleitsichtglas mit fließendem Übergang im Detail

Gleitsichtgläser: Vorteile, Eingewöhnung und Preise

Nach 47 Jahren im Handwerk weiß ich eines ganz genau: Die meisten Menschen haben Angst vor der ersten Gleitsichtbrille. Sie hören Geschichten von Schwindel oder Kopfschmerzen, während sie versuchen, auf die Treppe zu schauen. Das ist oft unbegründet. Wenn die Gläser richtig berechnet sind, funktioniert das Sehen fast wie von selbst.

Was eine Gleitsichtbrille eigentlich macht

Ein herkömmliches Einstärkenglas hat nur einen Brennpunkt. Sie sehen damit entweder scharf in der Ferne oder scharf in der Nähe, aber niemals beides gleichzeitig. Wenn Sie die Alterssichtigkeit bekommen, müssen Sie ständig zwischen zwei Brillen hin- und herwechseln. Das nervt im Alltag extrem. Eine Gleitsichtbrille löst dieses Problem durch einen stufenlosen Übergang.

Die Gläser bieten Ihnen drei Sehbereiche in einem einzigen Glas. Oben schauen Sie in die Ferne, in der Mitte sehen Sie das Cockpit im Auto oder den Monitor und unten lesen Sie Ihr Buch. Da es keine sichtbare Linie zwischen diesen Zonen gibt, sieht die Brille zudem optisch sehr modern aus.

Sie müssen den Kopf nicht mehr ständig ruckartig bewegen. Das Gehirn lernt schnell, die Bereiche zu nutzen.

Die Gleitsicht Eingewöhnung meistern

Die Gleitsicht Eingewöhnung erfordert Geduld von Ihnen und Ihrem Gehirn. In den ersten Tagen fühlen Sie sich vielleicht etwas unsicher, weil an den Rändern des Glases Unschärfen entstehen. Das ist physikalisch unvermeidbar, da die Lichtstrahlen in den Übergangszonen anders gebrochen werden.

Planen Sie etwa 14 Tage ein. Tragen Sie die Brille am Anfang konsequent von morgens bis abends. Wenn Sie die Brille ständig absetzen, fängt das Gehirn jedes Mal wieder bei Null an zu lernen. Das verzögert den Prozess massiv.

Bewegen Sie den Kopf eher als nur die Augen. Schauen Sie gezielt durch den Bereich, den Sie gerade brauchen. Wenn Sie auf Ihr Smartphone schauen wollen, senken Sie den Blick kontrolliert ab.

Ein kleiner Tipp aus meiner Werkstatt in Bürstadt: Gehen Sie am ersten Tag nicht direkt in ein riesiges Einkaufszentrum mit hunderten Regalen. Das überfordert die Augen am Anfang zu sehr. Starten Sie lieber in einer ruhigen Umgebung.

Warum die Preise so stark variieren

Wenn Sie nach Gleitsichtgläsern Preisen suchen, werden Sie feststellen, dass die Spanne riesig ist. Ein einfaches Modell kann schon bei 350 € starten. Hochwertige, individuell optimierte Gläser von Herstellern wie Zeiss oder Rodenstock kosten oft über 1.200 €.

Der Unterschied liegt in der Berechnung der Gläser. Standardgläser haben ein recht schmales Sehfeld. Das bedeutet, dass die Unschärfe an den Seiten sehr schnell beginnt und Sie den Kopf viel bewegen müssen, um scharf zu sehen. Individuell angefertigte Gläser werden exakt auf Ihre Augenstellung und Ihre Pupillendistanz berechnet.

GlastypSehfeldbreiteEmpfehlung
Standardca. 35 %Gelegentliches Lesen
Optimiertca. 55 %Büroarbeit & Alltag
Individualisiertüber 75 %Aktiver Lebensstil

Ein höherer Brechungsindex macht die Gläser zudem dünner. Wenn Sie eine starke Dioptrienzahl haben, sollten Sie mindestens einen Index von 1,6 oder höher wählen. Das sieht nicht nur besser aus, sondern ist auch leichter auf der Nase.

Die Wahl der richtigen Qualität

Die Qualität entscheidet darüber, wie viel “Stress” Ihr Auge hat. Bei billigen Gläsern sind die Übergänge oft etwas abrupt. Das führt dazu, dass man sich beim Gehen instabil fühlt.

Gute Hersteller wie Hoya oder Essilor nutzen Computertechnologie, um die Gläser millimetergenau zu schleifen. Dabei wird berücksichtigt, wie Sie Ihr Gesicht halten. Wir messen das bei Optik Asal in Bürstadt sehr genau, weil eine falsche Zentrierung das gesamte Sehvergnügen ruiniert.

Ein breiteres Sehfeld bedeutet weniger Kopfbewegungen. Das ist besonders wichtig, wenn Sie viel am Computer arbeiten oder im Auto sitzen. Ein schmaler Korridor zwingt Sie dazu, den ganzen Oberkörper zu drehen, was auf Dauer den Nacken verspannt.

Manchmal hilft auch eine spezielle Entspiegelung. Diese reduziert Reflexionen und macht das Bild klarer. Das ist kein Luxus, sondern bei Gleitsichtgläsern fast schon eine Notwendigkeit für den Komfort.

Häufige Fragen

Frage: Wie lange dauert die Gleitsicht Eingewöhnung wirklich?

Meistens braucht das Gehirn etwa 10 bis 14 Tage, um die neuen Sehbereiche zu verarbeiten. Wenn Sie nach drei Wochen immer noch starke Schwindelgefühle haben, sollten Sie die Brille unbedingt nochmal prüfen lassen. Oft liegt es nur an einer minimalen Verschiebung der Zentrierung.

Frage: Kann ich mit einer Gleitsichtbrille sicher Autofahren?

Ja, das ist absolut möglich und sogar sehr sicher, wenn die Gläser korrekt eingestellt sind. Sie müssen lediglich lernen, den Blick beim Schauen auf das Armaturenbrett gezielt durch den unteren Bereich zu führen. Achten Sie darauf, dass die Gläser keine störenden Reflexionen durch eine schlechte Entspiegelung haben.

Frage: Warum sind Gleitsichtgläser so viel teurer als normale Brillen?

Die Herstellung ist technisch extrem aufwendig. Während ein Einstärkenglas eine einfache Fläche ist, wird ein Gleitsichtglas mit unterschiedlichen Stärken in verschiedenen Zonen berechnet und geschliffen. Dieser Rechenaufwand und die Präzision der Maschinen treiben den Preis nach oben.

Frage: Was mache ich, wenn ich am Bildschirm arbeiten muss?

Für reine Bildschirmarbeit sind Gleitsichtgläser oft nicht ideal, weil der mittlere Bereich (Zwischenbereich) meist recht schmal ist. Wenn Sie 8 Stunden am Tag nur auf den Monitor starren, ist eine spezielle Nahkomfortbrille oder eine Gleitsichtbrille mit vergrößertem Zwischenbereich die bessere Wahl.

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Fachlich geprüft von Jürgen Asal, Augenoptikermeister in Bürstadt seit 1977. Mehr über den Betrieb: Über uns.