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Bifokalglas mit sichtbarem Nahteil-Segment

Bifokalgläser: für wen sich die geteilte Brille lohnt

Sie sitzen am Schreibtisch und merken plötzlich, dass die Zeitung verschwimmt. Sie halten das Blatt weiter weg, bis die Buchstaben wieder scharf werden. Das ist der Moment, in dem die Presbyopie, also die altersbedingte Sichtveränderung, zuschlägt. Viele Menschen denken dann sofort an Gleitsichtbrillen, weil diese modern wirken. Doch es gibt eine Alternative, die oft unterschätzt wird: die Bifokalgläser.

Was genau ist eine Bifokalbrille?

Eine Bifokalbrille besteht aus zwei unterschiedlichen Sehbereichen in einem Glas. Der obere Teil dient der Fernsicht, während der untere Bereich für die Nähe gedacht ist. Man erkennt diese Brille sofort an einer feinen Linie im Glas. Diese Trennkante markiert den Übergang zwischen den beiden Dioptrien-Werten.

Das Prinzip ist simpel. Sie schauen durch das obere Segment, um den Fernseher oder die Straße zu sehen. Senken Sie den Blick, schauen Sie durch das untere Segment, um Ihr Buch zu lesen. Es gibt keinen fließenden Übergang wie bei einer Gleitsichtbrille von Herstellern wie Zeiss oder Rodenstock.

Der Aufbau der Gläser

BereichFunktionSichtfeld
Oberes SegmentFernsichtGroß und stabil
TrennkanteÜbergangSichtbare Linie
Unteres SegmentNahsichtBegrenzt auf Lesen

Die Konstruktion ist technisch gesehen sehr robust. Da die Gläser aus zwei fest definierten Zonen bestehen, gibt es keine unscharfen Randbereiche, die beim Umgewöhnen stören könnten. Das macht sie für manche Menschen einfacher handhabbar als komplexe Gleitsichtgläser.

Vor- und Nachteile im direkten Vergleich

Ein großer Vorteil ist das weite Nahfeld innerhalb des unteren Segments. Während man bei einer Gleitsichtbrille oft den Kopf bewegen muss, um den richtigen Fokuspunkt zu finden, bietet die Bifokalbrille eine klare Zone für die Leseaufgabe. Zudem sind Zweistärkengläser in der Herstellung meist günstiger als hochwertige Gleitsichtgläser. Wenn Sie eine Brille für etwa 180 € bis 250 € suchen, ist ein Bifokalgas oft realistischer als ein komplexes Gleitsichtmodell von Essilor, das schnell 500 € kosten kann.

Es gibt jedoch einen entscheidenden Haken: den Bildsprung. Wenn Ihr Auge die Trennkante passiert, springt das Bild plötzlich von der Ferne in die Nähe. Dieser Effekt ist für das Gehirn eine Umstellung. Ein weiterer Nachteil ist der fehlende Zwischenbereich. Sie können weder auf den Computerbildschirm in mittlerer Distanz noch auf die Person am gegenüberliegenden Tisch schauen, ohne die Brille abzusetzen oder den Kopf unnatürlich zu bewegen.

Das Bild springt. Das ist die ehrlichste Beschreibung für diesen Effekt.

Bifokal vs Gleitsicht: Was passt zu Ihnen?

Die Entscheidung hängt stark von Ihrem Alltag ab. Eine Gleitsichtbrille bietet einen stufenlosen Übergang von der Ferne über die mittlere Distanz bis zur Nähe. Das ist ideal, wenn Sie viel am PC arbeiten oder ständig zwischen verschiedenen Entfernungen wechseln müssen. Die Bifokalgläser hingegen sind Spezialisten für zwei feste Distanzen.

Wer handwerklich arbeitet oder Berufe ausübt, in denen man oft nur zwischen “weit weg” und “direkt vor der Nase” wechselt, findet in der Bifokalbrille oft eine stabilere Lösung. Ich erinnere mich an einen Kunden aus Bürstadt, einen Schreiner, der nach 30 Jahren Berufserfahrung mit Gleitsichtbrillen nicht zurechtkam. Er brauchte keine mittlere Distanz für den Monitor, sondern nur die klare Sicht auf seine Werkstücke und die Straße beim Autofahren. Für ihn war die Bifokalbrille die Rettung, weil er das Bildspringen im Stehen kaum bemerkte.

Manchmal wird auch von Trifokalgläsern gesprochen. Diese enthalten neben Fern- und Nahbereich noch einen dritten Bereich für die mittlere Distanz. Diese Gläser sind jedoch seltener und technisch deutlich anspruchsvoller in der Fertigung.

Die richtige Wahl finden

Kein Text der Welt ersetzt das persönliche Gespräch und eine präzise Refraktion. Ob Sie ein asphärisches Glas mit geringerem Gewicht benötigen oder ob ein hoher Brechungsindex von 1,60 sinnvoll ist, um die Gläser dünner zu machen, entscheidet erst die Messung. Wenn Sie uns in Bürstadt besuchen, schauen Sie sich die verschiedenen Segmente am Gerät genau an. Erst wenn wir Ihre Augenmuskeln und die Pupillendistanz exakt bestimmt haben, wissen wir, ob die Trennkante bei Ihnen stört oder nicht.

Häufige Fragen

Frage: Sieht man die Linie in der Bifokalbrille deutlich?

Ja, die Trennkante ist als feine Linie im Brillenglas sichtbar. Das ist ein konstruktionsbedingter Effekt, da die beiden Sehbereiche physikalisch voneinander abgegrenzt sind. Wenn Sie eine unsichtbare Lösung suchen, müssen Sie sich für Gleitsichtgläser entscheiden.

Frage: Wie fühlt sich der Bildsprung an?

Der Sprung tritt auf, sobald Ihr Blick die Grenze zwischen den Dioptrien-Bereichen überschreitet. Das Gehirn muss lernen, diesen plötzlichen Wechsel der Schärfe zu verarbeiten. Viele Nutzer gewöhnen sich nach etwa zwei Wochen daran, während andere den Effekt als störend empfinden.

Frage: Ist eine Bifokalbrille besser für Autofahrer?

Das kommt auf die Sichtgewohnheit an. Der obere Teil bietet eine sehr stabile Fernsicht, was beim Autofahren gut ist. Allerdings kann der Sprung in den unteren Bereich beim Lesen des Tachos kurzzeitig irritieren. Wer viel im Auto sitzt und oft auf das Armaturenbrett schauen muss, fährt mit Gleitsicht meist komfortabler.

Frage: Kann ich Bifokalgläser auch mit phototropen Eigenschaften nutzen?

Das ist absolut möglich. Sie können Gläser wählen, die sich bei Sonneneinstrahlung dunkel färben, wie etwa die Transitions-Technologie. Das kombiniert den Schutz vor UV-Licht mit der praktischen Zweistärkentechnik Ihrer Brille.

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Fachlich geprüft von Jürgen Asal, Augenoptikermeister in Bürstadt seit 1977. Mehr über den Betrieb: Über uns.