Lesebrille: Stärke finden, Fertigbrille oder Maßanfertigung
Wenn Sie merken, dass die Zeitung plötzlich unscharf wird, liegt das meist an der Presbyopie. Das ist der medizinische Fachbegriff für die altersbedingte Abnahme der Akkommodationsfähigkeit. Ihr Auge verliert die Fähigkeit, die Linse im Glaskörper schnell genug zu krümmen. Das passiert fast jedem zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr. Sie halten die Texte weiter weg, um sie wieder scharf zu sehen.
Das ist anstrengend.
Die richtige Lesebrille stärke bestimmen
Die Dioptrien für die Nähe steigen meist schleichend an. Typische Werte für den Beginn liegen oft bei +1,0 bis +1,25 Dioptrien. Mit zunehmendem Alter benötigen Sie häufig Werte von +2,5 oder sogar +3,0 Dioptrien. Diese Entwicklung folgt einem biologischen Rhythmus.
Sie sollten nicht zu früh zu hohe Werte wählen. Wer mit +3,0 startet, obwohl +1,0 reicht, gewöhnt das Auge an eine unnötige Anstrengung. Das ist nicht sinnvoll.
Die Refraktion muss genau auf Ihren Nahpunkt abgestimmt sein. Ein falscher Wert führt zu Kopfschmerzen oder brennenden Augen. Ich habe in meinen 47 Jahren oft Kunden erlebt, die mit falschen Werten kämpften.
Fertiglesebrille oder Maßanfertigung?
In der Drogerie oder am Kiosk finden Sie oft eine günstige Fertiglesebrille. Diese Gläser haben auf beiden Seiten die exakt gleiche Stärke. Zudem ist der Pupillendistanz-Wert, kurz PD, fest vorgegeben. Das funktioniert meistens dann gut, wenn Ihre Augen absolut identisch sind und keine Hornhautverkrümmung vorliegt.
Das ist oft ein Problem.
Die meisten Menschen haben eine leichte Hornhautverkrümmung, den sogenannten Astigmatismus. Eine Fertiglesebrille kann diesen Zylinder nicht ausgleichen. Sie bietet zwar eine schnelle Hilfe für den Moment, ist aber keine dauerhafte Lösung für präzises Arbeiten.
| Merkmal | Fertiglesebrille | Maßgefertigte Lesebrille |
|---|---|---|
| Dioptrien | Identisch links/rechts | Individuell pro Auge |
| Zylinder (Astigmatismus) | Nicht möglich | Präzise einstellbar |
| Pupillendistanz (PD) | Fest vorgegeben | Exakt auf Sie gemessen |
| Preis (ca.) | 15 € bis 40 € | Ab etwa 120 € |
Eine Maßanfertigung von Herstellern wie Zeiss oder Rodenstock berücksichtigt Ihre individuellen Werte. Wir messen bei Optik Asal in Bürstadt die PD ganz genau, damit die optische Mitte des Glases exakt vor Ihrer Pupille liegt. Wenn die Zentrierung um nur 2 mm daneben liegt, entstehen Prismenwirkungen. Das macht das Sehen ungemütlich.
Warum die Präzision entscheidend ist
Gute Brillengläser sind technisch komplex. Ein hochwertiges Einstärkenglas für die Nähe sollte eine gute Entspiegelung haben. Ohne diese Beschichtung reflektiert das Licht an der Oberfläche. Das stört die Konzentration beim Lesen kleiner Schrift.
Sie brauchen Klarheit.
Wenn Sie sehr hohe Dioptrienwerte benötigen, sollten Sie über einen höheren Brechungsindex nachdenken. Ein Index von 1.60 macht das Glas dünner als ein Standardglas mit 1.50. Dicke Gläser sehen in einem feinen Gestell oft unästhetisch aus.
Manche Kunden fragen mich nach phototropen Gläsern für die Nähe. Das sind Gläser, die sich bei Sonnenlicht leicht tönen. Das kann beim Lesen im Freien helfen, ist aber meist nur ein Zusatzfeature. Die wichtigste Komponente bleibt die korrekte Stärke und die exakte Zentrierung der Gläser.
Häufige Fragen
Frage: Welche Lesebrille stärke brauche ich genau?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, da jeder Mensch einen anderen Nahpunkt hat. Meist beginnt man mit +1,0 Dioptrien, wenn die ersten Anzeichen der Presbyopie auftreten. Eine professionelle Messung der Refraktion gibt Ihnen die exakte Antwort.
Frage: Schadet eine zu starke Lesebrille den Augen?
Sie schadet den Augen nicht dauerhaft im Sinne einer Schädigung des Gewebes. Sie verursacht aber schnelle Ermüdung, Kopfschmerzen und ein unscharfes Bild in der Ferne. Man gewöhnt sich an das falsche Sehen, was die Anpassung später erschwert.
Frage: Sollte ich eine Lesebrille oder eine Gleitsichtbrille wählen?
Das hängt von Ihrem Alltag ab. Wenn Sie nur gelegentlich kurze Texte lesen, reicht eine Lesebrille völlig aus. Wenn Sie jedoch ständig zwischen Computer, Zeitung und dem Gegenüber wechseln müssen, ist eine Gleitsichtbrille von Essilor oder Hoya die bessere Wahl.
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